Schlafgeschichte – Ausflug an die Nordsee (Text & Audio)

Über diese Geschichte

In dieser Einschlafgeschichte begeben wir uns an die Nordsee. Wir werden durch ein altes Fischerdorf wandern, bis wir an einen malerischen Hafen gelangen. Von dort aus geht es immer weiter in die unberührte Natur. Über Dünen und kleinen Sandwegen bis zum malerischen Meer, wo du einfach nur deine Seele baumeln lassen kannst. Mit dem Einbruch der Nacht gelangst du an eine Strandhütte, in der dich – in sicherer Geborgenheit – die Geräusche der stürmischen Nordsee in den Schlaf begleiten… Ich wünsche dir eine gute Erholung…

Entspannende Einleitung

Suche dir nun eine Position, in der du so richtig gut entspannen kannst. Atme dann 3 Mal tief ein und aus; und lass mit jedem Ausatmen all die Anspannung raus. Wenn du dich bereit fühlst, kannst du zu jederzeit deine Augen schließen. 

Schlafgeschichte – Ausflug an die Nordsee (Text)

Stell dir vor du befindest dich in einem kleinen Fischerdorf an der Nordsee. Ein ereignisreicher Tag liegt hinter dir. Nun kannst du ihn in aller Ruhe ausklingen lassen. Du schlenderst eine kleine Gasse entlang. Links und rechts umgeben dich die typischen rotbraunen Backsteinhäuser. Jedes einzelne von ihnen wirkt liebevoll gepflegt. Mit ihren weißen Fensterrahmen und ihren farbig gestrichenen Haustüren wirken sie fast wie aus einem Bilderbuch. An vielen der Häuser hängen noch die alten Zunftzeichen – sie versprühen einen lieblichen Charme. An den Eingangstüren stehen vereinzelt Fässer oder Kästen, die mit bunten Blumen bepflanzt sind.

Es ist bereits später Nachmittag. Rund um dich herrscht noch reges Treiben. Viele der Touristen nutzen die letzten Sonnenstunden. Einige schlendern durch die kleinen Gassen – vorbei an den bunten Souvenir-Geschäften, andere genießen einen letzten Kaffee in einem der gemütlichen Lokale. Der Weg führt dich zu einem Platz. Kinder toben verspielt an einem alten Brunnen; auf den Bänken, am Rande des Platzes sitzen Menschen – sie genießen die letzten wärmenden Sonnenstrahlen oder sind in Gespräche vertieft. Du setzt dich auf eine der Bänke und beobachtest eine Weile das Treiben auf dem Platz. Die Unbeschwertheit der spielenden Kinder erinnert dich an eine sorglose Zeit. Einen Moment lang sitzt du einfach nur da. 

Allmählich wird es ruhiger und immer weniger Menschen tummeln sich in den Gassen und am Platz. Die Souvenirläden schließen nach und nach ihre Türen. In den Lokalen werden die letzten Gäste verabschiedet und Tische und Stühle weggeräumt. Du verlässt den kleinen Platz und schlenderst die Gasse entlang weiter Richtung Meer. Sie endet am kleinen Hafen des Dorfes. Du siehst mehrere verschieden große Boote, die hier vor Anker liegen. Die meisten haben Fischernetze an Bord, und ihre hohen Masten schaukeln mit den kleinen Wellen leicht hin und her. Du kannst einige Ausflugsboote erkennen, die ihre Arbeit für heute bereits eingestellt haben und sanft schaukelnd darauf warten, am nächsten Tag Touristen die Schönheit der Küste zu zeigen. Der Geruch von Meer liegt in der Luft. Ein kleines Fischerboot legt an. Du beobachtest, wie die Männer, die von Bord gehen, bei ihrer Arbeit scherzen und lachen. Du siehst ihnen zu, wie sie das Boot vertäuen, das Fischernetz aufspannen und das Boot für den nächsten Einsatz fertig machen. Sie wirken zufrieden in ihrem Tun.

Du wendest dich ab und folgst der kleinen Strandpromenade, die vom Hafen die Küste entlangführt. Nur noch wenige Menschen sind unterwegs. Immer weiter lässt du den Lärm und die Gerüche des Hafens hinter dir. Sie werden abgelöst vom Geräusch der Wellen, die gemächlich an den Strand rollen. Je weiter du dich vom Hafen entfernst, desto deutlicher hörst du ihr Rauschen. Du folgst der Promenade noch ein kleines Stück. Hohe Dünen versperren dir die Sicht auf das Meer. Doch schon jetzt wird das rauschen der Wellen immer deutlicher und du spürst die salzige Luft auf deiner Haut. Du ziehst deine Schuhe aus und wendest dich einem Weg zu, der zwischen zwei Dünen Richtung Strand führt. Als deine Füße in den weichen Sand steigen, fühlst du die Wärme der Sonne darin. Bei jedem Schritt sinkst du leicht ein und musst erneut die Balance finden. Der Sand massiert leicht deine Fußsohlen.

Der Pfad öffnet sich schließlich zum Ozean hin und gibt den Blick auf einen atemberaubenden, weiten Sandstrand frei. Die Sonne steht schon tief am Horizont. Ihr Licht taucht den Himmel in rote und orangene Farbtöne. Du schlenderst den Strand entlang und lässt deine Füße vom Wasser umspülen. Du genießt das erfrischende Gefühl auf der Haut. Als du zurückblickst, erkennst du deine eigenen Fußspuren, die du mit jedem Schritt im nassen Sand hinterlässt. Du beobachtest, wie sie von den heranrollenden Wellen langsam weggeschwemmt werden. Mit jeder Welle verblassen sie mehr und mehr, bis sie schließlich ganz verschwunden sind. Es ist ein kommen und gehen. Genau wie deine Gedanken fließen auch die Wellen. Du erinnerst dich an vergangene Stunden am Strand, an wunderbare Zeiten, die du bereits hier verbracht hast. Einfach gleiten lassen, ohne zu bewerten. Während deine Gedanken sanft umhertreiben, schlenderst du immer weiter den Strand entlang. Eine kleine Krabbe kreuzt deinen Weg und verschwindet im Wasser.

Die Luft ist noch immer warm, doch eine leichte Brise streift dir durch das Haar und bringt eine angenehme Abkühlung mit sich. Du hältst dein Gesicht dem Wind entgegen und spürst ihn wie ein weiches Seidentuch zart über dein Gesicht streichen. Deine lockere Kleidung umweht deinen Körper und weckt das Gefühl von Leichtigkeit. Bewusst atmest du einige Male die frische Meeresluft ein. Deine Lungen füllen sich mit der klaren, salzigen Luft. Mit jedem Ausatmen löst sich mehr und mehr all die Anspannung in Brust und Schultern. Beim Blick auf den tiefblauen Ozean hinaus kommt ein Gefühl der Weite auf.

Inzwischen ist der Strand menschenleer. Das stetige Auf und Ab der Wellen ist zu hören – hier und da die Geräusche von Möwen. Vor dir auf einer felsigen Anhöhe kannst du einen alten Leuchtturm erkennen. Mit seinem rot-weißen Anstrich ist er weithin zu sehen. Seit langen Jahren dient er den Menschen als Orientierungspunkt. Fest und unverwüstlich steht er da und schickt sein Licht Nacht für Nacht in die undurchdringliche Dunkelheit des Ozeans. Schon viele hat er sicher nach Hause begleitet.

Die Sonne ist nun fast hinter dem Horizont verschwunden. Ein Blick in den Himmel lässt dich erkennen, dass dunkle Wolken aufziehen. Der immer stärker werdende Wind treibt sie unerbittlich über das Meer. Es fröstelt leicht. Du wendest dich vom Meer ab und schlägst einen Pfad ein, der dich zwischen den Dünen zurückführt. Der Wind streift durch das hohe Gras, das hier wächst. Wie Federn lässt er es zuerst in die eine, dann in die andere Richtung tanzen. Der Weg bringt dich immer weiter die Klippen hinauf. 

Hier, inmitten der Natur, steht dein sicheres Strandhaus. Eingebettet in eine kleine Senke, bietet dieser Platz einen wundervollen Blick auf den weiten Ozean. Das kleine Häuschen strahlt Gemütlichkeit aus. Mit seinen weiß-getünchten Mauern und seinem Reetdach passt es perfekt in die Landschaft. Umgeben von einem weißen Zaun und unzähligen Sträuchern und Blumenbeeten scheint es so, als ob es eine Welt nur für dich wäre. Vom Garten führen steinerne Stufen die Klippen hinab bis zum Meer. Dort in der engen Bucht liegt ein kleines Boot an. Du nimmst den Pfad, der zum Haus hinunterführt. Als du das Gartentor öffnest, kommt dir der süße Duft der Rosen entgegen, die üppig im Garten stehen. Ihre zart-weißen und gelblichen Farben sind in der angehenden Dämmerung leicht auszumachen. 

Ihre Blüten haben bereits begonnen, sich für die kommende Nachtruhe zu schließen. Auf dem Weg zur Haustür begrüßt dich deine Katze. Sanft streicht sie dir um deine Beine. Du nimmst sie hoch und betrittst mit ihr gemeinsam dein Heim. Alte Möbel, gestrichen in lichten Weiß- und Grautönen lassen das Strandhaus hell und freundlich wirken. Unzählige Bilder an den Wänden erzählen von wundervollen Erlebnissen. Müde vom langen Tag, beschließt du, dir ein warmes Bad einzulassen. Der Dampf des heißen Wassers und der Duft von Badeölen erfüllen schon bald den Raum. Du streifst deine Kleidung ab und lässt dich langsam in das wohlig warme Wasser gleiten. Du darfst diesen Moment in vollen Zügen genießen und das Salz und den Sand von deiner Haut waschen. Als du schließlich aus der Wanne steigst, fühlst du dich sauber, aber auch müde vom warmen Wasser. 

Du schlüpfst in bequeme Bekleidung. Mit einer heißen Tasse Tee in der Hand begibst du dich in dein Wohnzimmer und entzündest ein Feuer im Kamin. Der Wind hat stark zugenommen. Er braust laut über die Landschaft und rüttelt am Dach. In der Ferne lässt sich erkennen, wie er am Strand Sandfontänen hochwirbelt. Das deutliche das Geräusch der Wellen ist zu hören, die vom Wind hochgepeitscht werden und an den Klippen unter dir brechen. Schwarze Wolken bedecken den Himmel und verwehren dir den Blick auf die Sterne. In der Ferne hörst du tiefes Donnergrollen. Warm eingepackt in dicke Decken setzt du dich in deinen Schaukelstuhl und atmest den Duft deines Kräutertees ein. Fühlst du die angenehme Wärme deines Körpers? Die ersten Regentropfen gesellen sich zum Sturm. Immer wieder werden sie vom Wind in Böen über die Landschaft getrieben. Du darfst es genießen, geborgen und sicher hier zu sitzen, während der Sturm immer stärker wird. Du lehnst dich zurück und bist ganz bei dir. Das gleichmäßige Schaukeln deines Stuhles und das stetige Knistern des Feuers im Kamin machen dich schläfrig. Eine Weile lauschst du noch den Geräuschen von Sturm und Ozean. Müde fallen deine Augen zu – im Bewusstsein, dass morgen wieder ein neuer, strahlend schöner Tag für dich beginnen wird.

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